IBERISCHER DRACHENKOPF

Fakten und Hintergründe zur Pflanze

 

 

Geschichte

Lallemantia iberica kennt man bei uns unter dem Namen Iberischer Drachenkopf oder auch Ölziest. Allerdings ist die Pflanze ziemlich selten zu sehen. Sie wird in Mitteleuropa nämlich wenig angebaut. Ihre Heimat liegt in der Region des Kaukasus sowie in Syrien, Iran und Irak. Man kennt die populäre Pflanze dort unter dem Namen Balangu shahri. Bei bronze-und eisenzeitlichen Ausgrabungen im nordgriechischen Assiros wurden verschiedene Ölsaaten, darunter Lallemantia iberica, gefunden, deren Alter auf erstaunliche 1.300 Jahre vor Christus datiert werden konnte. Schon damals verwendete man also offenbar das Öl dieser Pflanze. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet werden auch heute noch traditionell die oberirdischen Pflanzenteile (Blätter, Blüten, Samen) vielfältig genutzt, denn die Pflanze ist reich an ätherischen Ölen und ihre Samen enthalten erstaunliche Mengen an wertvollen ungesättigten Fettsäuren.

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Botanik

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Der Iberische Drachenkopf (Lallemantia iberica Fisch. et Mey.) ist ein einjähriger Lippenblütler. Die Pflanze hat vierkantige Stängel mit lineal-lanzettlichen Blättern und erreicht eine Wuchshöhe von ca. 50 bis 60 cm. Der Iberische Drachenkopf besitzt ein tiefgehendes Wurzelsystem und dadurch eine gute Trockenresistenz. Die weißen unscheinbaren Einzelblüten sind in Scheinquirlen zusammengefasst. In den offenen Kapseln reifen je vier dreikantige langovale Samen von etwa 5 mm Länge, 2 mm Breite und 1,5 mm Dicke. Die Samen sind braun bis schwarz gefärbt mit weißem Nabelfleck.

 

Der Iberische Drachenkopf stellt keine besonderen Ansprüche an die klimatischen Bedingungen. Als transkaukasische Pflanze ist er jedoch wärmeliebend und gedeiht am besten in sonnigen Lagen. Er zeichnet sich durch hohe Trockentoleranz aus.

Hohe Niederschläge und kühle Witterung können zu Stängelfäule und damit zu totalem Ertragsausfall führen. Die Pflanze wächst am besten auf kalkhaltigen Böden, insbesondere auf Verwitterungsstandorten. Stauende Nässe, schwachsaure oder stark tonhaltige Böden sind für den Anbau nicht geeignet. Optimal sind mäßig feuchte Standorte. Auch ein Anbau in Trockenlagen ist möglich.

 

Anbau

Wegen seines hohen Ölgehaltes in den Samen war die Drachenkopfpflanze sowohl für Nahrungszwecke als auch industriell bzw. als Brennöl interessant. Sehr zögerlich breitete sich der Anbau des Drachenkopfs nach Süd- und Mitteleuropa aus. In Mitteleuropa ist erstmals im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts ein Anbau dokumentiert. Umfangreichere Untersuchungen erfolgten in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts.

 

Hier erreichte der Iberische Drachenkopf nahezu gleiche Erträge wie Öllein, Sonnenblumen oder Raps. Iberischer Drachenkopf räumt bereits Anfang August das Feld. Er ist nur wenig frostresistent. Die Aussaat des Iberischen Drachenkopfs sollte um Ende März vorgenommen werden. Spätfröste tolerieren die Keimpflanzen sehr gut. Der Iberische Drachenkopf keimt relativ schnell und läuft bei günstigen Bedingungen nach ein bis zwei Wochen auf. Er hat eine relativ kurze Vegetationszeit von 90 bis 120 Tagen.

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Omega-3-Fettsäuren

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Fette und Öle stellen nicht nur wichtige Energiereserven dar, sie haben auch sehr wichtige Aufgaben im Stoffwechsel, Immunsystem, Hormonhaushalt und für das Nervensystem. Viele Bausteine der Fette, die Fettsäuren, kann unser Körper herstellen oder umbauen. Einige müssen jedoch mit der Nahrung aufgenommen werden. Sie sind essenziell. Unser Körper erspart sich die Bereitstellung komplexer Reaktionswege, weil sie in der Nahrung bereits vorhanden sind. Die menschliche Ernährung ist inzwischen aber nicht mehr ausgewogen. Viele Lebensmittel werden heute industriell erzeugt und weltweit vertrieben. Sie haben die Ernährungsgewohnheiten überall erheblich verändert.

So hat sich der Anteil von Omega-6-Fettsäuren in unserer täglichen Nahrung erheblich vergrößert, während der Anteil an Omega-3-Fettsäuren deutlich gesunken ist. Man nimmt an, dass dadurch viele Zivilisationskrankheiten begünstigt werden. Deshalb sind heute Lebensmittel, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, besonders wertvoll. Drachenkopföl erfüllt diese Anforderung in ganz besonders vorteilhafter Weise.